Tobias Nöfer

Architekten­interview

Wir haben mit Tobias Nöfer von NÖFER ARCHITEKTEN über die Qualitäten des CÖ gesprochen und über ein urbanes Umfeld, das zwar zu Berlin gehört, aber seinen eigenen Charakter hat.

Ein Projekt von Kondor Wessels

„Auffällig

unauffällig“

„Der feine Unterschied zwischen Bestand und Ergänzung: nicht die radikale, sondern die allmähliche Transformation und Reparatur der urbanen Stadt“, schreiben Sie in Ihrem Büroprofil, ist der Anspruch Ihrer Arbeiten. Wie spiegelt sich das im CÖ wider?

Tobias Nöfer Wir versuchen grundsätzlich, unsere Projekte aus dem urbanen Kontext städtebaulich herzuleiten. Köpenick ist ein einzigartiges urbanes Umfeld, das zwar formal zu Berlin gehört, aber seinen eigenen Charakter hat. In den Straßen um das CÖ findet man eine sehr schöne Mischung aus Wohnhäusern des 19. Jahrhunderts, also klassischen Altbauten, und Gebäuden den 1920ern – aus der Zeit, als Köpenick Teil von Berlin wurde und sich die gesamte Metropole stark entwickelte. Hier gab es nie Stillstand, hier fand immer Veränderung statt und das Neue wurde harmonisch in das Bestehende eingefügt. Genauso greift jetzt das CÖ architektonische Elemente der Nachbarschaft auf und schafft so eine wie gewachsen wirkende Vervollständigung des Straßenbildes.

Wir haben Wert gelegt auf eine klare horizontale Schichtung der Fassade. Das heißt, es beginnt unten mit einem massiven Klinkersockel. Ab dem ersten Obergeschoss verwenden wir einen hellen Putz. Beide Elemente findet man auch in der Umgebung, wodurch sich das CÖ sehr schön eingliedert. Wir arbeiten also mit den Materialien und Farben, die wir vor Ort finden, und komponieren sie zu etwas Neuem, Besonderem, bei dem man trotzdem die Verwandtschaft zur Umgebung erkennen kann.

Ein städtebaulich wichtiger Punkt, denn genau so, wie sich ein neues Gebäude in ein gewachsenes Quartier einfügt, wollen sich auch dessen Bewohner in die Nachbarschaft und in ihren neuen Kiez einbinden. Sie sollen im CÖ eine neue Heimat bekommen – und wie kann das besser gelingen als mit einem Wohnhaus, das wirkt, als wäre es schon immer da gewesen?

„Die Schönheit einer Fassade ist für den gesamten öffentlichen Raum wichtig. Sie ist ein Versprechen, das gehalten wird. Eine Sehnsucht, die sich erfüllt, wenn man sich ihr nähert.“

Das markanteste Element der Fassade des CÖ ist sicher die „runde Ecke“, an der beide Gebäudeflanken zusammenkommen.

Tobias Nöfer Die Ecke des CÖ bildet von der Bahnhofstraße aus gesehen das neue architektonische Entree in den Straßenzug Hämmerlingstraße/Annenallee. Dieser Fernblick wirkt wie eine Einladung, näher zu kommen.

Es gibt den kleinen Vorplatz, der das CÖ in den öffentlichen Raum hinein öffnet. Ein Quartier lebt ja von unterschiedlichen Orten und hier einen neuen Ort einfügen zu können, ist eine schöne Aufgabe. Es wird auf diesem Vorplatz eine Sitzgelegenheit geben und damit die Möglichkeit für Begegnungen nicht nur der Bewohner untereinander, sondern auch mit der Nachbarschaft.

Diese Ecke ist das Gesicht des CÖ. Wie ein Gelenk zwischen den beiden langgestreckten Gebäudeflügeln, wie ein Ankerpunkt zieht sie die Blicke auf sich und in sich hinein.

In die Foyers des CÖ, meinen Sie?

Tobias Nöfer Genau. Das Foyer ist ja ein Zwischenraum zwischen Öffentlichkeit und Privatheit. Passanten können hineinsehen, einen Eindruck davon gewinnen, wie hier gewohnt wird, sich an der Gestaltung erfreuen. Bewohner treffen hier vielleicht Nachbarn, begrüßen Gäste. Als Architekt stellt man sich die Frage, wie sich dieser besondere Raum so gestalten lässt, dass er einzigartig und wiedererkennbar ist – indem er einen Bezug zum Ort und zur Geschichte des Ortes herstellt! Ein wichtiger Aspekt ist es deshalb, dass sich die Architektur der Fassaden dort verfeinert fortsetzt. Die Lobbys des CÖ werden auch eine Außenwirkung haben – mit einer sehr hohen Innenraumqualität, die sich in Materialität und Wandgestaltung zeigt.

Für die Wände der Foyers wird von der Künstlerin Inka Gierden eine wunderschöne naturalistische Malerei angefertigt.

Tobias Nöfer Große Fische als Reminiszenz an die Geschichte Köpenicks als Fischerdorf, wie sie sich auch im Bezirkswappen wiederfinden – eine wunderbare Idee. Inka Gierden macht so realistische und detailgenaue Kunst, wie wir uns Architektur wünschen. Es geht darum, den Menschen Anhaltspunkte zu geben, über die sie sich mit dem Ort, an dem sie leben, identifizieren.

Wer sollte ins CÖ einziehen?

Tobias Nöfer Das CÖ ist etwas für Berlinerinnen und Berliner und natürlich auch für Neuberliner, die nicht das Exklusive, Außerordentliche, spektakulär Neue suchen, sondern die unser Berlin so schätzen, wie und was es ist. Deshalb haben wir mit Elementen gearbeitet, die die besondere Berlin-Qualität ausmachen. Das ist zum Beispiel der städtebauliche Zusammenhang. Dass man öffentliche Räume hat, dass die Häuser sich aufeinander beziehen, dass es Straßenräume gibt, Platzräume, dass ein Kontext, ein visueller Zusammenhalt besteht. Und das kann man durchaus auch übertragen sehen.

„Eine Stadt, ein Viertel braucht Zusammenhalt, um zu funktionieren, um Lebensqualität zu bieten. Das ist es, was die Menschen suchen, wenn sie nach einem Zuhause suchen.

Und das geben wir ihnen hier in Köpenick mit dem CÖ.“

Ein gutes Stadthaus macht aus, dass es unterschiedliche Wohnungsgrößen bietet und damit offen ist für Menschen in allen Lebenslagen – wie ein Quartier im Kleinen. Der Single wohnt neben der vierköpfigen Familie und neben dem Ehepaar im Ruhestand. Die Ausstattung der Wohnungen hat einerseits eine ausgezeichnete Qualität, andererseits eine gestalterische Neutralität, auf deren Grundlage sich jede persönliche Wohnvorstellung entwickeln kann. Und das in unterschiedlichsten Grundrissen und Geometrien. Im CÖ ist Raum für jeden. Zumal wir mit den drei Townhouses im Hofgarten eine zusätzliche besondere Wohnform integriert haben: Das Einfamilienhaus mitten in der Stadt, das versteckt im Grünen liegt – das gibt es sehr selten, nicht nur in Köpenick.

Apropos Köpenick: Ist Köpenick der neue begehrte Stadtteil von Berlin?

Tobias Nöfer Köpenick hat eine erstaunliche Entwicklung vollzogen und vollzieht sie noch immer. Wenn wir einmal zurückblicken werden auf heute, werden wir die heutige Zeit vermutlich als eine Art Gründerzeit wahrnehmen. Es passiert einfach unglaublich viel – was viele Ursachen hat: zum einen ist Berlin als Stadt so attraktiv wie kaum eine andere Metropole in Europa, zum anderen hat Köpenick alles, was man sucht, wenn man urban und gleichzeitig im Grünen leben möchte. Die Wasserlagen in Köpenick wurden in den vergangenen Jahren wieder zugänglicher gemacht, so dass man die schönen Seen und Flussläufe auch erleben kann.

„Die Wanderung um den Müggelsee gehört zu den schönsten Spaziergängen, die wir in Berlin unternehmen können.“

Grün ist es nicht nur um das CÖ herum …

Tobias Nöfer Richtig. Das CÖ hat einen eigenen, privaten Hofgarten. Mit Rasenflächen, Ruheräumen, großen Bäumen, Spielbereichen für Kinder und einer parkartigen Durchwegung. Die Dächer der Gebäude werden zudem extensiv begrünt und sorgen so für die wichtige Auskühlung im Sommer. Während das Grundstück jahrzehntelang vollständig versiegelt war, gibt die neue Wohnanlage dem Viertel viel Grün zurück und bewirkt auch in ökologischer Hinsicht eine positive Veränderung.

In der Parkgarage sind alle 67 Stellplätze mit einer Ladestation für ein Elektrofahrzeug ausgestattet. Die Flächen im Hofgarten sind so angelegt, dass das gesamte Regenwasser auf dem Grundstück versickern kann – Wasser wird also in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt.

Welche Wohnung würden Sie selbst beziehen wollen?

Tobias Nöfer Ich mag es gern urban, deshalb wäre das wahrscheinlich die Eckwohnung vorne mit ihren sehr schönen Loggien, die weit in das Stadtviertel hineinblicken. Aber auch die Wohnungen hinten an der Annenallee mit den großen Platanen vor der Tür haben eine tolle Atmosphäre.

CÖ ist nicht Ihr erstes Projekt für Kondor Wessels. Was macht die Zusammenarbeit aus?

Tobias Nöfer Was ich an Kondor Wessels schätze, sind Bodenständigkeit, Erfahrung und Zuverlässigkeit. Denn genau diese Eigenschaften braucht man, wenn man erfolgreich planen und bauen will. Bei Kondor Wessels weiß man, woran man ist. Auch die vielen anderen erprobten Fachplaner begreifen sich als Teile eines Teams, in dem jeder die Aufgabe des anderen ernst nimmt und alle ein Motto verbindet: Freude am Gelingen.

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